…so sangen einst Bush, sehr wahr, wie mir scheint.
Freiheit, Freiheit haben wir, die wir der Generation angehören, deren Mütter die Emanzipation mit brennenden BHs erkämpften. Deren Väter das Patriarchat aus ihren Händen rinnen sahen, während sie uns die Windeln wechselten. Freiheit haben wir. So viel, dass uns manchmal ganz schlecht wird.
Schon damals hatten wir die Wahl, welches Breichen wir lieber löffeln und sogleich wieder von uns geben wollten. Heute haben wir die Wahl, welche Bildung wir uns einverleiben und wohin wir die Weichen stellen wollen. Morgen wählen wir, ob mit oder ohne Kind, Mann oder Frau oder allem auf einmal oder ganz allein. Und übermorgen können wir, so wir denn wollen, alles hinschmeißen und Zirkusclown in Tibet werden.
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Wenn da nicht eine kleine Einschränkung wäre. Die brauchen keine Zirkusclowns in Tibet. Die brauchen auch keine in Hamburg oder Hintertupfing. Keiner braucht mehr einen Zirkusclown, es sei denn, dieser jene hat an fünf Unis in sechs Ländern studiert, acht unbezahlte Praktika absolviert, zehn Jahre in international renommierten Zirkussen gearbeitet und ist natürlich Single ohne Ambitionen zu Kind und Kegel. Überdies liegt das Höchstalter für Clowneinstellungen, so sagt die Statistik, bei 16 1/4 Jahren.
We don’t have much time! Wozu all die Freiheit, wenn wir keine Zeit haben, sie zu nutzen? Die Köpfe rauchen bei den 10.045 möglichen Lebensentwürfen, die dann eben doch nicht ganz möglich sind. Und jetzt? Sollte man sich irgendwann auf einen Plan festlegen und sich einfach mit der Unvollkommenheit des Seins zufrieden geben? Oder lieber weiter in 10.045 verschiedene Richtungen rennen? Ach, egal. Schaumamal.

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