Das war nicht einfach. Ich hätte sicherlich schon ewig, ja, ich wäre wohl die allererste Bloggerin überhaupt gewesen, wäre da nicht das Problem mit dem Titel gewesen. Man muss sich dabei ja so furchtbar festlegen. Einschränken. Sein Innerstes preisgeben. Sein Können oder völliges Unvermögen in möglichst einem einzigen Wort zu Schau stellen. Aktenzeichen „Überfordert: Morgen Nochmal“.
Nach Jahrzehnten der Grübelei, die mich oft an den Rand des Wahnsinns getrieben haben, hielt ich es nicht mehr aus. Ein Name musste her, schnell, ich musste was haben, sonst Auswanderung. Auf eine Insel, wo es keinen Strom und schon gar kein W-Lan gibt. Wollte auf keine Insel, mag die Großstadt. Ich mag sie so sehr, dass ich sie auch mit völliger Gelassenheit verachten kann. Zum Beispiel, wenn es um jenes oder Variationen jenes ominösen Milchgetränks mit kaffeeähnlichem Beigeschmack geht. Ich trink das auch mal. Aber ich pass wenigstens auf, dass mich keiner dabei sieht. Kaffeesorten, deren Bezeichnung aus mehr als der schon schmerzvollen Zahl von drei Wörtern besteht, verkneife ich mir und passe auf, dass mich jemand dabei sieht.
Warum aber den Latte Macchiato, dann auch noch in der gar irrwitzigen Mischform mit der Macke, als Titel für meinen neuen, völlig unbefleckten kleinen Blog?
Naja, ist kurz, prägnant, sagt eigentlich gar nix, beschreibt ein Stück der alltäglichen Ridikülität, packt die Herren in pinken Hemden und Damen in schnieken Pumps an Schlips und Hermes-Halstüchlein und spielt auf eben das an, was mich zum Schreiben der meisten Beiträge bewegt:
Ne Macke ham sie, die Idioten da draußen. Und trotzdem macht sie ein kleiner Zusatz, ähnlich wie der Tropfen Kaffee im Latte Macchiato sympathisch. Auf die Suche nach diesem Zusatz werde ich mich nun begeben.
Danke. Auf bald.

Meine Liebste,
eines hätte ich noch anzufüge. Du hast es sicher nur vergessen.
Die Redikülität ist meist im Stande die Kalamität zu vertreiben, ein Blogg über die Redikülitäten das Alltages somit eine exquisite Kausaität ist.
Mit besten Grüßen. n
das ist ein wirklich interessanter hinweis! könnten sie mir vielleicht erläutern, wie es technisch möglich ist, dass r. die k. vertreibt? meine gehirnwindungen machen da nicht mit, sie sind träge heute.
na es ist doch so, das wir als Menschenkinder gerne über die r. lachen (wie das wort ja nun nebenbeigesagt schon ausdrückt) und das wiederum vertreibt die k.; ist doch klar ey!