man sollte meinen, man erreiche nach erreichen eines gewissen alters doch eine art überblick. die einst unendlichen weiten meines kindergartengartens beispielsweise erscheinen mir geradezu jämmerlich, laufe ich jetzt daran vorbei.
man sollte also meinen. meint auch, jedoch völlig fälschlich.
denn jeden tag kommt mir diese welt gewachsen vor. gewachsen an aufgaben und pflichten und aussortieren und verdrängen und verschieben und wollen und vermissen. gewachsen an tollen pullovern, krassen apps und schwertfisch-espuma. gewachsen and wahlquälerei.
was damals ein kindergarten ist heute zwar räumlich klein, konzeptuell aber geradezu universell.
was damals ein abend bei sandmann und honigmilch ist heute eine unendliche fülle an zappelig machenden möglichkeiten.
kaum schlage ich ein buch auf, möchte ich lieber einen film sehen. der film geht mir nicht schnell genug, nicht genug userspezifischer input, ich möchte surfen. beim surfen plagt mich das gewissen. schreiben sollte ich. zum schreiben finde ich kein thema. keinen gedanken könnte ich je in seiner komplexität fassen. ich zwinge mich. ich betrinke mich. ich mache ein status-update. ich mache mir gedanken über sinnvolle geldanlagen. ich schreibe über die unmöglichkeit, das alles zu überlicken.
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