Archiv der Kategorie 'Uncategorized'

18
Okt
09

sonntagmorgen. soda.

das soda ist ein bisschen schizophren. rein äußerlich könnte es wunderbar im nikolaiviertel stehen und so tun, als wäre es berliner. dunkelbraune holzstühle, schmutzigweiße holzofenfliesen an der wand, enorme oxidierende spiegel mit rissen. zeitschriftenangebot erfreulich. publikum durchmischt und auch erfreulich. bedienung ganz nett, aber leider völlig glanzlos. würde eher in eine erstsemesterbar an der münchner freiheit passen. wäre verzeihlich, würde diese bedienung nicht über das musikangebot entscheiden. war mal geschätzte drei Stunden im soda und musste mir geschätzte 180 Minuten – auch nach vorsichtiger bitte um abwechslung – eine CD mit dem titel „soul meets R&B meets irgendwie dancefloor meets goldpanzerkette“ oder ähnlich anhören. gab dem vorzüglichen frühstück einen unsachten nachgeschmack.

nun aber an die speisekarte:
sie ist der grund, warum ich mich so oft selbst am wochenende aus dem bett hieve und gen türkenstraße ecke schelling schlendere…
das frühstück ist einmalig. einmalig lecker und einmalig preiswert. trotz neuerlichem teurerwerdens bekommt man alles was man braucht für ca. 6,50. noch ein ei und zwei cappuccino dazu bestellt und es reicht locker für zwei. und dann löffelt man sein bircher müsli, betrachtet kinder und laptoptipper und blendet alicia keys einfach aus. habe schon wirklich viele brunchläden getestet und weder qualitativ noch groschentechnisch kam in münchen irgendwas ans soda ran.

die sonstigen speisen sind auch ok, vor allem die ravioli in salbeibutter. nota bene: die gerichte sind alle sehr günstig, aber auch klein. am besten also gleich zwei bestellen und sich doppelt freuen.

fazit: lohnt sich und macht spaß. bitte mehr davon.

23
Sep
09

nichts und wieder nichts

der grund, warum ich mich so lange nicht gemeldet habe ist denkbar einfach. so einfach in einen satz zu fassen, dass es fast schon der buchstaben und gar der wörter – gott bewahre sinnergebender sätze – unwürdig ist.

ich hatte nichts zu sagen.

dies ist wohl das schlimmste, was einem schreiberling passieren kann. leere. das heißt, es ist nicht einmal leere. leere wäre toll, sie wäre so beruhigend, so wohltuend, dass man hinausgehen könnte und in die leere luft hineinschreien könnte. doch das kann man nicht. denn irgendwas muss man ja immer sagen. sonst platz man.

was gibt es vor der leere? das drängende dringende bedürfnis, etwas zu sagen. ohne inhalt. einfach nur etwas dahinfaseln. ohne inhalt. warum kann nicht endlich mal einer eine sprache ohne inhalt erfinden? worte ohne bedeutung?

kaum habe ich ein noch so absurdes buchstabengebilde erfunden, kaum ist es meinen hirnwindungen entwachsen, schon muss es irgendeine bedeutung erhaschen.

wurstbrezel. ja selbst hufüdlig. und sogar aghueighdakjgb. für mich heißt es etwas, diese worte zu äußern. sie in die welt hinauszufeuern.

und jetzt kommt das entscheidende: ich bin mit dem sich automatisch einstellenden inhalt NICHT EINVERSTANDEN.

und doch muss ich irgendwas sagen. warum, das erkläre mir jemand, der sich damit auskennt.

und solange niemand kommt und mich erleuchtet, werde ich versuchen, mich weiter für dinge zu begeistern, die vor allem eins sind: vollkommen egal.




 

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"It is a curious thing...how your mind is supersaturated with the religion in which you say you disbelieve" (James Joyce)

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