das soda ist ein bisschen schizophren. rein äußerlich könnte es wunderbar im nikolaiviertel stehen und so tun, als wäre es berliner. dunkelbraune holzstühle, schmutzigweiße holzofenfliesen an der wand, enorme oxidierende spiegel mit rissen. zeitschriftenangebot erfreulich. publikum durchmischt und auch erfreulich. bedienung ganz nett, aber leider völlig glanzlos. würde eher in eine erstsemesterbar an der münchner freiheit passen. wäre verzeihlich, würde diese bedienung nicht über das musikangebot entscheiden. war mal geschätzte drei Stunden im soda und musste mir geschätzte 180 Minuten – auch nach vorsichtiger bitte um abwechslung – eine CD mit dem titel „soul meets R&B meets irgendwie dancefloor meets goldpanzerkette“ oder ähnlich anhören. gab dem vorzüglichen frühstück einen unsachten nachgeschmack.
nun aber an die speisekarte:
sie ist der grund, warum ich mich so oft selbst am wochenende aus dem bett hieve und gen türkenstraße ecke schelling schlendere…
das frühstück ist einmalig. einmalig lecker und einmalig preiswert. trotz neuerlichem teurerwerdens bekommt man alles was man braucht für ca. 6,50. noch ein ei und zwei cappuccino dazu bestellt und es reicht locker für zwei. und dann löffelt man sein bircher müsli, betrachtet kinder und laptoptipper und blendet alicia keys einfach aus. habe schon wirklich viele brunchläden getestet und weder qualitativ noch groschentechnisch kam in münchen irgendwas ans soda ran.
die sonstigen speisen sind auch ok, vor allem die ravioli in salbeibutter. nota bene: die gerichte sind alle sehr günstig, aber auch klein. am besten also gleich zwei bestellen und sich doppelt freuen.
fazit: lohnt sich und macht spaß. bitte mehr davon.

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